1. Abziehen
Das Auftreten von Unregelmäßigkeiten während des Druckens kann die Umsetzung nicht nur erschweren, sondern auch die Qualität mindern. Daher lohnt es sich, die häufigsten Probleme im Offsetdruck sowie Möglichkeiten zu deren Begrenzung zu kennen. Zunächst konzentrieren wir uns auf das Abziehen – einen Fehler, der konkrete Ursachen hat und für den es wirksame Vorbeugungsmethoden gibt.
Beim Abziehen frischer Druckfarbe „schlägt“ die Farbe auf die nächsten Bogen durch – die unteren Blätter übertragen sie auf die oberen. Meistens liegt das an mehreren Faktoren. Im Folgenden beschreiben wir diese und geben praktische Möglichkeiten zur Reduzierung des Problems an.
- Zu viel Farbe auf einem Papier mit geringer Saugfähigkeit – in so einer Situation hilft oft eine standardisierte Farbdosierung, die Zugabe eines Hilfsmittels zur Farbe sowie das Pudern der Drucke und die Anpassung der Bogenablage/Stapelführung.
- Zu hoher Stapel in der Auslage – wenn das Papiergewicht das „Luftpolster“ zwischen den Bogen herausdrückt, druckt man am besten auf einen niedrigeren Stapel und setzt zusätzlich Puderung ein.
- Fehlerhafte Einstellung der Auslage – sichtbar besonders bei schweren Kartons; dann sollte die Fallhöhe reduziert und der Zeitpunkt des Öffnens der Greifer korrekt eingestellt werden. Außerdem sollte der Bogen dicht in die Auslage fallen, um das Abziehen zu begrenzen.
- Schlechte Planparallelität des Bedruckstoffs – hier hilft oft die Wahl eines hochwertigeren Papiers, sodass keine welligen Kanten auftreten.
- Elektrostatische Aufladung der Bogen – dann empfiehlt es sich, kleinere und lockerer gestapelte Papierstapel zu verwenden, da dies die Stabilität der Auslage und die Druckqualität verbessert.
Wie man sieht, kann Abziehen unterschiedliche Ursachen haben, lässt sich aber reduzieren. Für weitere praktische Tipps zur Beseitigung von Problemen im Offsetdruck laden wir Sie zu den übrigen Artikeln in unserem Blog ein.
2. Abrieb der Farbe
Bei der Erstellung von Druckerzeugnissen können Schwierigkeiten auftreten, die die Ästhetik der Umsetzung beeinträchtigen. Daher ist es hilfreich zu wissen, welche typischen Probleme im Offsetdruck vorkommen und wie man sie begrenzen kann. Diesmal besprechen wir den Farbabrieb – wir zeigen Ursachen sowie Methoden zur Reduzierung dieses Effekts.
Zu stark verdünnte Farbe
Eine Ursache für Farbabrieb ist eine übermäßige Verdünnung der Druckfarbe. Dann kann der flüssige Bestandteil, also das Bindemittel, zu schnell und zu stark in den Bedruckstoff einziehen. Dadurch fehlt an der Oberfläche die richtige Bindung des Pigments. Abhilfe schafft das Binden der Pigmente mit dem Bedruckstoff durch einen Auftrag mit Bindemittel oder die Anwendung eines öligen Drucklacks.
Schlecht geleimtes Papier
Abrieb kann auch durch falsch geleimtes Papier entstehen, das eine zu hohe Saugfähigkeit hat. Dann zieht die Farbe zu schnell ein und das Pigment bindet sich nicht richtig mit dem Bindemittel, wodurch die Druckqualität sinkt. Einen solchen Bedruckstoff kann man mit einem öligen Drucklack vorlackieren. Allerdings kann der durch Oxidation trocknende Farbfilm das weitere Einziehen begrenzen. Ist die Auflage bereits gedruckt, kann ein Auftrag von Bindemittel, der Einsatz einer Druckpaste oder das Lackieren mit einem hochglänzenden öligen Drucklack hilfreich sein.
Zu wenig Bindemittel in der Farbe
Abrieb kann auch auftreten, wenn die Farbe zu wenig Bindemittel enthält. Die Lösung ist einfach: Man ergänzt Bindemittel in der Farbe oder führt einen Auftrag mit Bindemittel aus. Dadurch verbessert sich die Optik und gleichzeitig steigt die Lesbarkeit der Drucke.
3. Farbablehnung
Viele Faktoren beeinflussen die Qualität und Lesbarkeit eines Druckprodukts – darunter die Qualität der Materialien sowie die Papierart. Eines der Probleme im Offsetdruck ist die Farbablehnung. Mit einer richtigen Diagnose lässt sich dieser Fehler jedoch begrenzen und ein unästhetischer Effekt vermeiden.
Ursachen der Farbablehnung
Die Ursache der Farbablehnung ist ein zu starkes Antrocknen der Grundfarbe sowie eine zu harte Farbschicht auf dem Papier. Das Problem tritt auf, wenn die zuvor gedruckte Schicht die nächste nicht mehr annimmt, weil sie zu stark getrocknet ist. Meist liegt das an einer zu großen Menge Trockenstoff oder an einer zu langen Pause zwischen dem Druck der ersten und der zweiten Farbe. Deshalb sollte man die Maßnahmen an Auflage und Produktionsorganisation anpassen.
- Bei kleinen Auflagen kann man die Druckoberfläche mit Watte abreiben.
- Bei großen Auflagen empfiehlt sich ein Auftrag mit Drucklack und anschließend der Druck der nächsten Farbe in dem Moment, in dem der Lack antrocknet.
- Man kann auch auf den Einsatz von Trockenstoff verzichten.
Die Beseitigung von Farbablehnung ermöglicht ein sauberes und optisch ansprechendes Ergebnis. Entscheidend ist jedoch eine treffende Diagnose – erst dann ist die Wahl der Methode bei kleinen und großen Auflagen sinnvoll. Außerdem sollte man daran denken, dass die Ursache des Phänomens ein zu starkes Antrocknen der Grundfarbe ist, was zu einer übermäßig harten Schicht führt.
Kontaktieren Sie uns — wenn Sie möchten, zeigen wir Ihnen, wie Sie die Ursache des Problems erkennen und welche Maßnahmen Sie umsetzen können, um die Qualität des Offsetdrucks zu verbessern.


